Königinnenzucht
Einleitend möchte ich erwähnen, dass es sich bei der Königinnenzucht um eine unumgängliche Notwendigkeit handelt um den Erfolg einer jeden Imkerei herbeizuführen bzw. nachhaltig zu erhalten.
Meine züchterische Tätigkeit ist ausschließlich der Sklenar-Biene verschrieben, da ich mit dieser Linie bisweilen die besten Erfahrungen gemacht habe.
Dieser Beitrag sollte aber von allen Imkern nicht dahingehend interpretiert werden, dass ich für eine bestimmte Linie Werbung machen möchte bzw. dass ich andere Linien oder züchterische Leistungen in keinster Weise irgendwie qualifizieren möchte.
Ohnedies wird jeder Imker seine eigene Betriebsweise zu verfeinern und verbessern versuchen um den Erfolg seiner Imkerei zu garantieren und um letztlich die Freude an den Bienen zu bewahren.
Nun aber zur eigentlichen Zuchtarbeit.
Zunächst werden einige Rahmenbedingungen geschaffen.
Am Bienenstand befinden sich ausschließlich Völker mit Reinzuchtköniginnen der Sklenar-Linie H47, G10 und 924.
Sanftheit, ruhiger Wabensitz, hoher Ertrag, Volksstärke und Krankheitsanfälligkeit (Varroa) sind die Qualitätskriterien nachdem die Reinzuchtvölker gemustert werden.
Am Bienenstand verbleiben nur solche Völker die diese Eigenschaften erfüllen.
Hybridzüchtungen der Sklenar-Biene mit anderen Linien brachten erfahrungsgemäß keinen Erfolg, weshalb die verschiedenen Sklenar-Linien untereinander gekreuzt werden.
Des weiteren werden den Reinzuchtvölkern bereits bei der ersten Erweiterung Anfang April – die Sklenar-Linien sind Frühaufsteher – je vier Drohnenwaben zugehängt damit für die Paarung genügend geschlechtsreife Drohnen zur Verfügung stehen.
Nach diesen Vorbereitungsmaßnahmen werden dann ca. Ende Mai – je nach Witterung (Tages- und Nachttemperatur) – die ersten Pflegevölker gebildet.
Vorsicht ist bei zu niedrigen Temperaturen geboten, da erfahrungsgemäß nur sehr wenige Zellen angenommen werden. Weiters ist zu beachten, dass sich die Bienen bei voller Tracht nicht ausreichend der Königinnenaufzucht widmen. Hierbei kommt mir die Lage des Bienenstandes entgegen, da nach der Baumblüte nur mehr geringe Trachtquellen die Bienen versorgen.
Zur Bildung des Pflegevolkes:
Neben ein Vollvolk stelle ich zunächst eine leere Beute auf. Anschließend suche ich mir die Reinzuchtkönigin und hänge die Wabe mit der Königin in die neue Beute um.
Des Weiteren werden alle Waben mit offener Brut in die neue Beute umgehängt.
Bei diesem Vorgang wird auch gleich die gewünschte Wabe mit den geeigneten Maden mit einem Reisnagel gekennzeichnet und die Jungbienen in das Pflegevolk in das Pflegevolk abgekehrt (mind. 4-5 Waben mit Jungbienen).
Honig-, Pollenwaben und Waben mit verdeckelter Brut verbleiben im Pflegevolk. Hierbei darf keine offene Brut übersehen werden.
Das Pflegevolk sitzt nun auf 10 Rahmen Einheitsmaß, voll mit Honig, Pollen und verdeckelter (vorzugsweise auslaufender) Brut und hat ausreichend Jungbienen für die Pflege und alle Flugbienen, sodass die Zarge mit Bienen vollgefüllt ist.
Das Volk mit der Reinzuchtkönigin (neue Beute) ist in ca. 2-3 Wochen wieder auf der gleichen Volksstärke und bereit für das neue Pflegevolk.
Dem Pflegevolk wir in der Mitte gleich der leere Zuchtrahmen mit den künstlichen Weiselnäpfchen zugehängt.
Ich verwende das Nicot-Zuchtsystem mit der Umlarvmethode.
Nach ca. 2 – 4 Stunden öffne ich das Volk mit der Reinzuchtkönigin und nehme das markierte Rähmchen (Maden 1 – 2 Tage) und aus dem Pflegevolk das Zuchträhmchen heraus.
Nun werden zehn geeignete Maden trocken umgelarvt.
Früher bevorzugte ich die Sklenar-Methode – umlarven mit Futtersaft. Diese Methode brachte aber keine besseren Königinnen hervor.
Dem Pflegevolk werden max. zehn Maden zugehängt um eine gute Pflege zu gewährleisten und des Weiteren eine entsprechende Qualität der Königinnen zu erzielen.
Erst am zweiten Tag halte ich kurz Nachschau um zu sehen wie viele Maden zur Aufzucht angenommen wurden.
Am 11 Tag (16 Tage – 3 Tage Ei – 2 Tage Made) nach dem Umlarven werden dann die Zellen in Ablegerkästen (2 Rahmen EHM) zum Schlüpfen umgehängt, wobei ich eine Zelle im Pflegevolk belasse, sodass ich nach erfolgreicher Begattung bereits ein volles Volk habe.
Das Zusetzen mit den ungeschlüpften Zellen bringt des Weiteren den Vorteil mit sich, dass die Königin selbst in drohnenbrütigen Ablegern immer angenommen wird und die Ausfallsquote von beschädigten Königinnen reduziert wird.
Die Königinnen schlüpfen dann in den 2 Waben Ablegern und beginnen nach erfolgreicher Begattung; ca. 2 – 3 Wochen nach dem Aufstellen mit der Eilage und sind für den Versand fertig.
Um eine entsprechende Qualität zu sichern habe ich meist gleichzeitig 3 -4 Pflegevölker, wobei die max. Anzahl von 10 Zellen pro Pflegevolk nicht überschritten wird.
Zudem werden die gewünschten Eigenschaften durch die große Anzahl der Drohnen grundsätzlich sehr konstant weitervererbt.
Wie jeder Züchter weiß, bedeutet die Königinnenzucht eine stetige Herausforderung mit manchen Rückschlägen um gesunde und ertragsstarke Völker bilden zu können.
In diesem Sinne wünsche ich allen Imkerinnen und Imkern viel Erfolg und Freude an den Bienen.
Autor: Roland Partinger
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